Goethe-Gymnasium Freiburg

Mitten in der Stadt, nahe am Menschen

K800 IMG 20190529 150120Im ehemaligem KZ Natzweiler

Am 29.05.2019 machten die Klassen 9a und 9b eine Exkursion im Fach Geschichte ins ehemalige, in den Vogesen gelegene Konzentrationslager Natzweiler – Struthof. Von 1900 bis 1930 galt  „der Struthof“ als beliebtes Ski-Gebiet, bis die Nazis am 21. April 1941 das Konzentrationslager errichteten.

Dieses Hauptlager ist das einzige auf französischem Boden, seine Nebenlager auf beiden Seiten des Rheins bestanden aus fast 70 Lagern verschiedener Größe. Von den ca. 52.000 Deportierten des Konzentrations- und Arbeitslagers Natzweiler – Struthof haben etwa 35.000 das Hauptlager nie gesehen.
Im Lager, das als Arbeitslager für die NS-Kriegsindustrie diente, wurden auch die medizinischen Experimente der Naziprofessoren der Universität des Reichs in Straßburg durchgeführt. So wurden an den Häftlingen verschiedenste Gase, Krankheitserreger und Vererbungsversuche ausprobiert, für die zum Teil Menschen (87 Juden, darunter 30 Frauen) aus dem Lager Ausschwitz geschickt und in der Gaskammer von Natzweiler-Struthof ermordet wurden.
Wir gingen durch das Haupttor ins Lager, das sich im Laufe der Geschichte baulich sehr verändert hatte. Da das Lager am Hang liegt, hatten wir einen guten Blick über die terrassenartig übereinander und nebeneinander gelegenen Baracken und Appellplätze. Oben war die Küchenbaracke, unten im Lager das Krematorium und die Versuchsräume mit samt den Arrestbunkern, verbunden durch eine steile Treppe. Der zentrale und von überall im Lager gut ersichtliche Punkt war der Galgen, als Mahnung und für Hinrichtungen. Etwas oberhalb des Eingangs liegt heute eine Mahnmal-Nekropole und ein Friedhof für die Opfer.
Die Baracken stehen bis auf die Küchenbaracke und eine weitere mit einem Museum nicht mehr, eingeschlossen wird alles von einem doppelten Stacheldrahtzaun mit Wachtürmen, an dem früher scharfe Schäferhunde und SS-Soldaten die Gefangenen am Ausbruch hinderten. Vor dem Zaun war ein ca. 15m breiter Grünstreifen, die „neutrale Zone“, jeder Häftling auf diesem Gebiet wurde als fliehend angesehen und sofort erschossen.
Die Gaskammern liegen etwas außerhalb, etwa 1,5 km entfernt in einem Nebengebäude eines ehemaligen Gasthofs, dessen Besitzer zu jenem Zweck enteignet worden war.
Bei der Besichtigung waren die Klassen so still wie im Unterricht schon lange nicht mehr, das lag nicht nur daran, dass wir uns als deutsche Bürger gebührend verhalten mussten. Es ist etwas anderes, Fotos in einem Geschichtsbuch zu betrachten, als in eine dunkle Zelle zu kriechen, in der man sich weder setzen oder hinlegen noch stehen kann und sich dann der Lage der Häftlinge in den Arrestbunkern bewusst zu werden.
Am 23. November 1944 wurde das Lager von den Alliierten entdeckt, welches zu dem Zeitpunkt von den Nazis im September schon aufgegeben worden war. Für einige der Deportierten der Nebenlager setzte sich der Leidensweg im Frühjahr 1945 mit den Todesmärschen noch fort.
Von 1941 bis 1945 sind Konzentrationslager Natzweiler – Struthof fast 22.000 Deportierte gestorben.

Maren Dittmaier 9a

 

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