Goethe-Gymnasium Freiburg

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K1024 Kaiser Cover"Nur raus hier!“

Was es bedeutete im Unrechtsstaat DDR zu leben und sich gegen dieses System aufzulehnen, darüber sprach der in Freiburg lebende Photograph Andree Kaiser am 14.01.2019 mit Schülern der K2.


Mit achtzehn Jahren versuchte Andree Kaiser 1982 aus der DDR zu fliehen und scheiterte am Stacheldraht an der tschechisch-österreichischen Grenze. Es folgten eine Untersuchungshaft im geheimen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen in Berlin und ein Schauprozess, bei dem Andree Kaiser zu vier Jahren Gefängnis wegen Republikflucht verurteilt wurde. Während seiner Haft musste er, wie die anderen Häftlinge auch, Zwangsarbeit leisten. Wenige Monate nach seiner Haftentlassung wurde ihm die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt und er musste binnen 24 Stunden das Land verlassen. Sein Neuanfang im Westen gestaltete sich schwieriger als erhofft, bis er schließlich eine äußerst erfolgreiche Karriere als Photograph startete.
So berichtete Andree Kaiser den gebannten Schülern auch über seine Arbeit im Jugoslawien-Krieg in den 90er Jahren, wo es ihm mit seinem Kollegen Roy Gutman gelang, der Weltöffentlichkeit erstmals Beweise für Tötungslager in Bosnien vorzulegen. Dafür erhielt er 1992 den Pulitzer-Preis.
2014 erschien sein Buch „Nur raus hier!“, in dem er seine und siebzehn weitere Fluchtgeschichten aus der DDR veröffentlichte, damit das DDR-Unrecht nicht in Vergessenheit gerät.

Die vielen Fragen der Schüler beantwortete Kaiser ausführlich in einem Gespräch auf Augenhöhe. So konnte er ein anschauliches und doch differenziertes Bild des Lebens in der DDR vermitteln.
Seine gescheiterte Flucht mit allen Folgen bereut er bis heute nicht.

(Bericht von Sabrina Dilly-Asal mit Bildern von Ruben Schuster)

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