Goethe-Gymnasium Freiburg

Mitten in der Stadt, nahe am Menschen

PastedGraphic 6Ein Auslands(halb)jahr in Neuseeland

Von Januar bis Juli 2019 verbrachte ich ein halbes Jahr in Auckland, Neuseeland, und ging dort auf dem Sacred Heart College zur Schule. Der Austausch war privat bzw. mit Hilfe der dortigen Schule organisiert.


Damit hatte ich viele Freiheiten und konnte vieles nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten. Mitte Januar flog ich gemeinsam mit meinem Vater nach Neuseeland. Da das Schuljahr in Neuseeland erst Ende Januar anfängt, hatten wir noch einige Tage, um einen Teil der Nordinsel von Neuseeland zu bereisen.
In dieser Zeit habe ich so unglaublich viele spektakuläre Naturschauspiele und Landschaften gesehen, dass sich die weite Reise schon allein dafür gelohnt hätte.

Nun ist Reisen in einem fremden Land natürlich unglaublich spannend und bereichernd, aber trotzdem fängt so ein Auslandsjahr meiner Meinung nach erst richtig an, wenn man den Menschen vor Ort begegnet und erste Kontakte knüpft.
Die ersten Tage an der Schule waren sehr aufregend. Viele Dinge war ich davor nicht gewohnt bzw. kannte ich einfach nicht.
Das fing schon damit an, dass die Schule, auf die ich ging, keine „ganz normale“ Schule war, sondern eine katholische Jungenschule. Außerdem trug man - wie an praktisch jeder Schule in Neuseeland - eine Schuluniform. Tagesabhängig die formelle Unform mit Hemd und Krawatte oder die „normale“ Uniform.

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Die ersten Wochen an der Schule waren weiterhin super aufregend, aber auch nicht ganz einfach. Man kannte niemanden, hatte niemanden mit dem man die täglichen Mittagspausen verbrachte, verstand nicht ganz, wann man wo zu sein hatte und es kam auch - das ein oder andere Mal - vor, dass ich mich in der Schule verlief. Doch nach und nach verstand ich immer besser wie die Schule „ablief“, fand eine erste Clique, mit der ich in den Pausen „abhing“ und bastelte so lange an meinem - aus nur sieben Fächern bestehenden - Stundenplan herum, bis er mir halbwegs gefiel.
Sehr interessant war für mich die ganz andere Art wie Jungs unter sich miteinander umgehen - das ständige „Sich-Beweisen“ war weit weniger ausgeprägt als an einer gemischtgeschlechtlichen Schule - , der deutlich präsentere Schulstolz und die besondere Weise wie die Kultur der Ureinwohner von Neuseeland, der Maori, auch in der Schule gelebt wurde. So traten die verschiedenen „Häuser der Schule“ -  wie in Harry Potter - regelmäßig in verschiedenen Disziplinen, zu welchen auch Kapa Haka  (Aufführung der Lieder bzw. Tänze der Maoris) zählte, gegeneinander an.

Zwischen den zwei „terms“, welche ich in Neuseeland verbrachte, ergriff ich weiterhin auch noch einmal die Chance mich ein wenig in diesem spannenden Land umzusehen. Gemeinsam mit einer Jugendreisegruppe besuchte ich die Südinsel, welche mir persönlich sogar noch besser als die Nordinseln gefiel.
Von einem wirklichen Einleben kann ich - glaube ich - erst nach einer Zeitspanne von ungefähr zwei bis eher drei Monaten sprechen.
Nach dieser Zeit begann ich, mich regelmäßig mit Klassenkameraden zu treffen. Diese hatte ich entweder in meinen Kursen oder in den zahlreichen AGs, die an der Schule angeboten wurden (z.B.:  Wasserball, Rugby, Kapa Haka, Bands…), kennengelernt.

Gemeinsam mit ihnen unternahm ich dann auch allerlei Dinge. Wir erkundeten die Bucht vor Auckland mit ihrer Vielzahl an Inseln, standen teilweise schon um 5:30 Uhr auf, um Fischen zu gehen. Den frischgefangenen Fisch bereitetem wir im Lagerfeuer auf den Klippen zu und verspeisten ihn zum Frühstück. Des Weiteren besuchte ich am Wochenende einige Freunde in ihrer „bach“, ein Ferienhaus, im hohen Norden von Neuseeland, wo sie mir den „90 Mile Beach“ und den größten Baum der südlichen Hemisphäre zeigten. Dort stachen wir auch gemeinsam in See, um an Orten mit buchstäblich kristallklarem Wasser mit der Harpune fischen zu gehen. Ganz spannend war an dieser Stelle auch, dass mir erklärt wurde, dass „das bisschen Blut an deinen Flossen überhaupt nichts macht“ und, dass „du die Haie, die dich kriegen sowieso nicht kommen siehst“.

Ganz besonders faszinierte mich in Neuseeland die Nähe zur Natur - oder wie soll man es sonst nennen, wenn plötzlich nur einige Meter von dir entfernt Orcas auftauchen, während du ein bisschen auf dem Meer herumpaddelst – und das Betrachten der Welt aus einer völlig neuen und ungewohnten Perspektive.
Mitnehmen werde ich aber auch eine ganze Menge von anderen Erfahrungen, die mich stärker gemacht haben und durch die ich mich auch selbst ein ganzes Stück besser kennengelernt habe.
Im Rückblick kann ich jedem aus tiefstem Herzen nur empfehlen ein Auslands(halb)jahr zu machen!
Mit herzlichstem Dank an all die Menschen, die mir diese außergewöhnliche Erfahrung ermöglicht haben,

Niclas Dern

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